„Herzlich Willkommen an Bord unseres Fluges“ – oder wie ich das Fliegen jedes Mal hinter mich bringe!

Reisen ist heutzutage leichter und günstiger denn je. Vor allem dank dem Flugzeug kommt man ohne Probleme in die letzten Winkel der Welt.  Auf meiner to do- Liste stehen noch so viele Länder und Orte, die ich sehen möchte, wäre da nicht ein kleines Problem – meine Flugangst. Für viele Leute total unverständlich, ist es für andere hingegen eine große Sache. Und ich bin nicht allein damit, schätzungsweise 500 Millionen Menschen weltweit leiden unter Flugangst, auch Aviophobie genannt. Oft schon am Tag vorher bin ich unruhig und schlafe schlecht. Wenn kurz zuvor noch ein Flugzeugabsturz in den Medien breit getreten wird, ist das gute Gefühl ganz dahin und Horrorszenarien à la Hollywood Katastrophenfilm spielen sich in meinem Kopf ab. Trotzdem steige ich immer wieder in diese Wunder der Technik, auch weil ich mittlerweile im Ausland lebe. Was tue ich also, wenn der nächste Flug ansteht?

Meine 10 erprobten Tipps gegen Flugangst

 

1. Auf die Plätze, fertig, los!  

Dank Smartphone kann ich mir rechtzeitig vor dem Abflug meinen Lieblingsplatz sichern. Das ist meistens ein Gangplatz nahe an den Tragflächen, da man hier Turbulenzen weniger spürt und mehr Freiraum hat um zum Gang hin „auszuweichen“ und nicht zwischen anderen Passagieren eingequetscht ist.

2. Die Grundbedürfnisse bitte nicht vergessen

Auch wenn die Nervosität am Vortag schon steigt, sollte man das Essen (am besten leichte Kost) und das Trinken (bitte nur Wasser oder Tee ;)) nicht vergessen und rechtzeitig ins Bett gehen um fit zu sein.

3. Vergiss Haute Couture!  

Was zieht man bloß an? Ehrlich gesagt, muss ich nicht wie ein Hollywoodstar aussehen, wenn ich aus dem Flugzeug steige, perfekt durch gestylt als hätte ich gerade einen Wellness Trip hinter mir. Mir ist es wichtig, dass ich mich wohlfühle. Das klappt am Besten mit bequemen, nicht zu engen Klamotten, Sneakers und mehreren Schichten nach dem Zwiebelprinzip, damit man bei der Belüftung im Flieger nicht friert und bei der Landung am Zielort einen Hitzeschlag vermeidet. Kontaktlinsen lasse ich auch meist sein und tausche sie gegen meine Brille aus, dann trocknen die Augen nicht so leicht aus und ich sehe auch noch intelligent aus.

 

4. An die deutsche Pünktlichkeit halten

Zu viel Hektik und die Panik den Flug zu verpassen sorgen ganz bestimmt nicht dafür, entspannt in den Flieger zu steigen. Deswegen bin ich lieber etwas zu früh am Flughafen. Hier gibt´s immer viel zu entdecken, bei einer entspannten Tasse Tee kann Menschen aus aller Welt beobachten oder in den Läden stöbern. Das macht den Kopf frei für andere Gedanken und die Gelassenheit und Routine von anderen Passagieren überträgt sich auf mich.

5.  Merkwürdige Geräusche nicht überbewerten

Gerade vor dem Start macht das Flugzeug so einige Geräusche, die sich ziemlich merkwürdig anhören und einen schon mal verunsichern können. Auf YouTube finden sich zum Glück eine Vielzahl an Videos, die jedes einzelne Geräusch erklären. Der erfahrene Reiseblogger Graham hat sogar einen kompletten Artikel verfasst, in dem er jedes Geräusch erklärt. Die perfekte Lektüre vor dem Boarding!

  6. Liebe Crew…

Hier bloß keine falsche Scham an den Tag legen. Flugbegleiter sind geschult im Umgang mit Passagieren, die Flugangst haben. Deswegen gebe ich beim Boarding einfach den Stewardessen Bescheid und frage auch direkt nach ob für den Flug Turbulenzen erwartet werden, dann bin ich nicht ganz unvorbereitet. Außerdem, erklären sie gerne Vorgänge und kontrollieren regelmäßig ob alles in Ordnung ist. Das gibt einem ein gutes Gefühl! Vielleicht habe ich ja auch irgendwann mal so einen lustigen Flugbegleiter.

7. Music is in the air…

Der Akku meines IPods ist immer voll aufgeladen und die Playlist mit meiner Lieblingsmusik ist griffbereit. Mittlerweile ist es in einigen Flugzeugen sogar erlaubt während dem Start und der Landung Musik zu hören, dann heißt es rein mit den Ohrstöpsel und Lenny Kravitz „Fly away“ voll aufgedreht! Dienste wie Spotify bieten für alle Vergesslichen auch fertige Playlists zum Thema fliegen an.

8. Omas Hausmittel

Viele Menschen mit Flugangst greifen zu drastischeren Mitteln, wie etwa verschreibungspflichtige Medikamente. Das ist mir viel zu riskant und damit macht man das Problem auch noch viel größer und schlimmer. Was mir persönlich dagegen hilft ist ein Tipp von Oma. Ein paar Bachblüten Tropfen, natürlich im 100 ml Fläschchen, damit sie mit ins Handgepäck dürfen beruhigen angespannte Nerven.

9. Keep calm and breathe in!

Ja, man erntet vielleicht ein paar merkwürdige Blick der anderen Passagiere, aber was soll´s! Einfach tief durch die Nase einatmen, drei Sekunden anhalten dann durch den Mund langsam ausatmen. Wenn man das ein paar Mal wiederholt, senkt das den Adrenalinspiegel und beruhigt.

10. Viel Trinken und kleine Belohnungen nicht vergessen

Damit nicht noch Probleme mit dem Kreislauf dazu kommen, sollte man möglichst viel Trinken, am Besten stilles Wasser oder Tee und keinen Alkohol. Viele denken, dass ein kleiner Rausch alles vergessen macht, aber der Stress ist einfach zu groß für den Körper. Außerdem belohne ich mich gerne mit kleinen Glückshormonen in Form meiner Lieblingsschokolade.

 

Auch wenn die Angst noch so groß ist, sage ich mir  immer wieder – Fliegen ist und bleibt das sicherste Verkehrsmittel überhaupt. Die IATA (International Air Transport Association) veröffentlichte in ihrem letzten Jahresbericht, dass rein statistisch gesehen ein Unfall pro 2,4 Millionen Flüge passiert. Da ist es deutlich wahrscheinlicher vom Blitz getroffen zu werden… Und wenn ich nicht schon so oft in diese großen Vögel einsteigen wäre, hätte ich so viele schöne Orte dieser Welt nicht gesehen, fremde Kulturen und interessante Menschen nicht kennen gelernt. Dann wäre mein Leben viel ärmer an besonderen Erfahrungen.

 

Was sind Ihre persönlichen Tipps gegen Flugangst, die ich meiner Liste noch hinzufügen sollte?

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