10 Schritte zur Bewältigung Ihrer Angst beim Sprechen einer Fremdsprache

Einige Leute können sich ohne Zögern und trotz beschränktem Wortschatz, aber mit viel Selbstvertrauen und enthusiastischen Handbewegungen an einem Gespräch in einer fremden Sprache beteiligen. Für viele unter uns hingegen löst eine solche Unterhaltung Angst aus.

Es gibt ein paar Dinge, die Sie tun können, um Ihre Nerven beim Gespräch in einer Fremdsprache im Griff zu behalten.

Analysieren Sie Ihre Angst

Was befürchten Sie? Üblicherweise lässt sich die Angst, eine Fremdsprache zu sprechen als Angst vor dem Scheitern oder einer negativen Beurteilung definieren.

Wenn Sie bei einem Bewerbungsgespräch bereits einmal festgestellt haben, dass aus Ihrem Mund seltsame und ungewöhnliche Wörter kommen nehmen Sie diese Angst vor Bewertungen und Scheitern wahrscheinlich als Selbstverschulden wahr. Angst schränkt die Fähigkeit des Gehirns ein, normalerweise problemlos ausgeführte Aufgaben zu bewältigen. Ein Beispiel dafür ist das Sprechen in Echtzeit. Wenn die zusätzliche Schwierigkeit neuer Vokabeln und Grammatik dazukommt kann es vorkommen, dass Ihr Gehirn aussetzt.

Zur Entspannung sollten Sie in Betracht ziehen wie Sie sich fühlen, wenn Ausländer Ihre Sprache angestrengt zu sprechen versuchen. Wahrscheinlich würden Sie keine negativen Beurteilungen machen.

Prüfen Sie, wo Sie in Gesprächen auf Schwierigkeiten stossen

Wenn Sie es sich nicht gewohnt sind, Gespräche in einer Fremdsprache zu führen braucht Ihr Gehirn Zeit, um die ankommenden Worte aufzunehmen, zu übersetzen, eine Antwort zurechtzulegen und diese zu übersetzen. Dies braucht bedeutend mehr Zeit als eine Reaktion in Ihrer Muttersprache.

Haben Sie Mühe, Ihre Sätze zu formulieren und zu verstehen, was Ihnen als Antwort angeboten wird?

Sehr oft ist es das Letztere, welches das Vorausgehende beeinflusst. Sie können viel unternehmen, um Ihr Verständnis zu verbessern, und das wiederum kann Ihren mündlichen Ausdruck drastisch aufwerten.

Hören Sie zu

Wenn Sie mit dem Lernen einer Fremdsprache beginnen verstehen Sie nicht jedes Wort. Vielleicht verstehen Sie nicht einmal nur einige davon.

Zum Sprechen hilft es immer, die Sprache in fremdsprachigen Medien anzuhören. Sie vergrössern Ihren Wortschatz und verbessern die Aussprache – doch diese Übungen sind trotzdem kein Ersatz für echte Gespräche.

Man muss verstehen, dass auch mit häufigem Hören der zu lernenden Sprache in den Medien das Gehirn bei einem Gespräch weit mehr gefordert ist. Denn in einer Unterhaltung müssen Sie nicht nur verstehen, was gesagt wird, sondern es auch verarbeiten und eine Antwort formulieren – oder herausfinden, wie Sie die benötigte Information erhalten können.

Streben nach Perfektion kann hinderlich sein

Sie werden eine Sprache nie flüssig sprechen ohne sie zuerst brockenweise angewandt zu haben. Je früher Sie mit dem Sprechen beginnen desto eher erreichen Sie das Niveau, das ein Gespräch einfach macht.

Die Frustration zu wissen, dass man noch viele Fehler macht wird schliesslich aufgewogen durch das Vergnügen, die fremde Sprache bald dauerhaft sprechen zu können.

Ein Lächeln, bitte

Sie erhalten eine bessere Antwort, wenn Sie die Frage mit einem Lächeln stellen. Was ist das Schlimmste, das Ihnen passieren kann?

Einzelgespräche sind leichter

Wenn eine Gruppe Muttersprachler zusammenkommt wird das Gespräch üblicherweise schneller und komplexer. Einzelgespräche sind einfacher zu führen: in Privatkurse können Sie diese Erfahrung machen, und zusätzlich profitieren Sie dabei vom Input eines Experten.

Wenn Sie mit einem Fremden sprechen möchten gilt es, nicht zu viel darüber nachzudenken. Seien Sie spontan – je länger Sie darüber nachdenken desto schwieriger wird es. Wenn Sie auf Reisen sind oder eine Sprache mit vollständigem Eintauchen in deren Umfeld lernen sind Gespräche mit Fremden oft der Grundstein für die besten Erinnerungen.

Beherrschen Sie die Geschwindigkeit des Gesprächs

Wenn Sie langsam und deutlich sprechen ermutigen Sie Ihren Gesprächspartner, ebenso langsam und deutlich zu antworten.

Manchmal liegt es nicht an Ihnen

Manche Gesprächspartner sind geduldiger als andere, manche verständnisvoller und einige verstehen ausländische Akzente einfach besser. Lassen Sie sich nicht abschrecken – denn in diesem Fall liegt das Problem nicht bei Ihnen.

Sich wiederholende Themen

Viele Gesprächsthemen werden im Alltag immer wieder besprochen. Wenn Sie in einem Restaurant ein Essen oder in einer Bar ein Getränk bestellen und wenn Sie einkaufen sind die meisten Interaktionen bereits eingebürgerte Routine.

Wenn es Ihnen beim Sprachelernen an Selbstvertrauen fehlt können Sie diese Gesprächsnormen als Interaktionen in der neuen Sprache anwenden. Menschen, die Ihnen etwas verkaufen möchten haben im Allgemeinen mehr Geduld.

Wenn Muttersprachler ausserhalb dieser sehr standardisierten Begegnungen herausfinden, dass Sie ihre Sprache lernen werden Sie wahrscheinlich gefragt, woher Sie kommen und warum Sie die Sprache lernen. Diese Gespräche helfen Ihnen, Ihr Selbstvertrauen aufzubauen und ermöglichen Ihnen den Übergang zu spannenderen Themen.

Je mehr Sprachen Sie sprechen desto leichter wird es

Wenn Sie erst einmal eine Fremdsprache auf fortgeschrittenem Niveau beherrschen haben Sie nicht mehr dieselben Befürchtungen für das Lernen einer anderen. Bestimmt wird es wieder frustrierend, neue Wörter zusammen zu klauben – doch Sie wissen, dass Sie das können.

Wie war Ihr erstes Gespräch in einer Fremdsprache?

Bildnachweis: torbakhopper HE DEAD (CC BY-ND 2.0), Tambako The Jaguar (CC BY-ND 2.0)
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