Wie hat sich der Sprachunterricht verändert?

Wer in den letzten fünfzehn Jahren keine Gelegenheit hatte, einen Sprachkurs zu besuchen wäre von den veränderten Bedingungen überrascht. Die schwarze Wandtafel ist weiss geworden (und wird jetzt computergesteuert) und ausser den verschiedenen digitalen Hilfsmitteln, die sich in den Sprachschulen etabliert haben hat sich auch eine fundamentale Veränderung im Unterrichten von Sprachen eingestellt.

Alte Methode: Unterricht mit Auswendiglernen

Über Jahre hinweg haben es Sprachlehrer fertiggebracht, eine an sich spannende Tätigkeit in einen todlangweiligen Lernprozess zu verwandeln. Im grössten Teil des 20. Jahrhunderts wurde der Sprachunterricht stark von der „grammatikalischen Übersetzung“ des 19. Jahrhunderts beeinflusst. Dabei wurde ein neues Wort oder eine neue grammatikalische Struktur nach Übersetzung in die Muttersprache auswendig gelernt.

Der Unterricht war aufgebaut auf einem strikten Lehrplan mit dem Inhalt, den die Lehrkräfte als wichtig erachteten – ob dies nun für die Studenten massgeblich war oder nicht. Darum glaubten viele Leute, sie eigneten sich schlecht zum Lernen von Sprachen.

Dann änderten sich die Techniken schrittweise und wurden situationsbezogener. Grammatik und Vokabeln wurden in einen wirklichkeitsgetreuen Kontext einbezogen. Doch der Schwerpunkt lag immer noch auf dem Schema „Lesen-Wiederholen-Auswendig lernen“.

Die Entwicklung im Zugang zu den Kommunikationstechniken der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts stellt die bedeutendste Änderung in Bezug auf die Unterrichtsmethoden dar. Die Idee der „kommunikativen Kompetenz“ – das heisst eine erfolgreiche Kommunikationstechnik – ersetzt die grammatikalische Richtigkeit als Hauptziel des Sprachunterrichts.

Der kommunikative Ansatz

Der neue Ansatz stützte sich auf die Art, wie wir unsere Muttersprache gelernt haben – und stand im Gegensatz zum allseits üblichen Lernen der Multiplikationstabellen. Das Resultat war ein viel entspannteres Studienumfeld mit Übungen, die den Bedürfnissen der Studenten entsprachen. Es brauchte selbstverständlich viel Zeit, alle aktiven Sprachlehrer in diesen neuen Ansatz einzubinden; viele von ihnen waren mit den alten Techniken ausgebildet worden und entweder unfähig oder nicht bereit, sich anzupassen.

Dave Briggs, Leiter der Lehrerausbildungen bei British Study Centres, betont, dass „der kommunikative Ansatz im Klassenzimmer sofort die Sprechfähigkeiten erleichtert. Dies führt zu besserem Selbstvertrauen und stärkerem Einprägen“. Die Studenten erleben damit auch die Motivierung, mit der Ausbildung fortzufahren. Motivierung ist, das ist allgemein bekannt, die absolute Voraussetzung für ein erfolgreiches Lernen.

Im Zentrum vieler kommunikationsgestützter Übungen steht die Idee der „Informationslücke“: in unserer Kommunikation erhalten wir oft Informationen, die wir nicht besitzen. Demnach werden den Studenten mittels vorbereiteten Szenarien verschiedene Informationen geliefert, die sie mit allen anderen Teilnehmern abgleichen müssen um herauszufinden, was der andere weiss.

Doch auch der kommunikative Ansatz hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Dave betont den „jetzt eher lexikalen Ansatz“ im modernen Sprachunterricht, welcher einen grösseren Schwerpunkt auf gängige Wortverbindungen legt: Bausteine der Sprache, die im Alltag immer wieder auftauchen. Studien zeigen auf, dass diese Wortverbindungen besser gespeichert werden können als einzelne Wörter oder Regeln.

Sprachunterricht heute

Diese mit dem kommunikativen Ansatz aufgekommenen Ideen haben auch heute noch eine dominante Stellung im Sprachunterricht. Das zeigt sich in der Ausrichtung der Lektionen auf die Bedürfnisse jeder Gruppe Studenten, im Gegensatz zur rigiden Anwendung des auf Grammatik ausgerichteten Lehrplans, und in der Beliebtheit der Informationslücken-Übungen.

Auch wenn ein guter Unterricht zuerst und vor allem von einem guten Lehrer abhängt ist macht Technologie im modernen Klassenzimmer einen grossen Unterschied aus. Den Lehrkräften steht eine Vielzahl verschiedener Hilfsmitteln und Übungen zur Verfügung.

In Anbetracht der Tatsache, dass die heutige Generation von Studenten mit dem Gebrauch des Smartphone vertraut ist spricht Dave von British Study Centres diesem Mobiltelefon das Potential als Hilfsmittel im Klassenzimmer zu. Apps wie Memrise oder Anki machen aus der harten Arbeit des Auswendiglernens ein Spiel und können ausgezeichnete Ergänzungen zu den traditionellen Unterrichtsmethoden darstellen.

Bedeutende Änderungen wie der Kommunikations-Ansatz benötigen viel Zeit, um in die Klassenzimmer einzudringen. Heute ist er die dominante Technik des Unterrichts in Sprachschulen und wird besonders von Englischlehrern eingesetzt.

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Lernen mit vollständigem Eintauchen in die Sprache ist immer noch am effizientesten

Der kommunikative Ansatz betont die Idee der Relevanz und des Vergnügens. Wir von ESL sind überzeugt davon, dass die grösste Effizienz im Sprachenlernen mit qualitativ hochwertigem Unterricht und Eintauchen in das kulturelle Umfeld erreicht werden kann. Damit wird der im Klassenzimmer erhaltene Input sofort im Alltag anwendbar, wenn Sie das gewählte Reiseziel erforschen möchten.

Wer also als Student eine schlechte Erfahrung mit einem unmotivierten Sprachlehrer gemacht hat sollte jetzt einen weiteren Versuch wagen, eine Fremdsprache zu lernen. Vielleicht sind Sie ein weit besserer Sprachstudent als Sie es je für möglich gehalten hätten!

Haben Sie eine Erfahrung mit moderner, kommunikativer Sprachausbildung gemacht? Wie haben Sie das erlebt?*

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